{"id":35,"date":"2015-10-19T12:46:43","date_gmt":"2015-10-19T10:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/?page_id=35"},"modified":"2017-10-02T19:44:30","modified_gmt":"2017-10-02T17:44:30","slug":"entstehung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/der-verband\/entstehung\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Wir k\u00f6nnen inzwischen auf eine \u00fcber 160-j\u00e4hrige Geschichte zur\u00fcckblicken. Die im Jahre 1956\u00a0erschienene <a href=\"http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1956_Denkschrift-zum-100-j\u00e4hrigen-Bestehen-des-Wasser-und-Bodenvebandes-der-Niers-und-Nordkanalniederung-in-Viersen.pdf\">Denkschrift zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen<\/a>\u00a0des Verbandes umschreibt die geologisch-hydrologischen Ursachen und Verh\u00e4ltnisse im Niersgebiet wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eVor mehreren tausend Jahren fluteten die Hochwasser des Rheins von Grimlinghausen an Kaarst und Schiefbahn vorbei zu der heutigen Niersniederung und flossen, die Orte Neersen, Viersen, S\u00fcchteln, Grefrath, Wachtendonk, Geldern und Goch ber\u00fchrend, bei Gennep in die Maas ab. Die Niers war damals nur ein kleiner Fluss, im Hofgraben des Zours-Hofes, einem Landgute zu Kuckum, entsprang und bei Abtshof bei M\u00f6nchengladbach in den Hochwasserarm des Rheins m\u00fcndete. Durch das Hochwasser des Rheins wurden gro\u00dfe Schlick- und Sandmengen der Niederung zugef\u00fchrt. Sie bildeten hier die heute noch festzustellenden Sand- und Tonb\u00e4nke.<\/p>\n<p>Infolge einer Hochwasser-Katastrophe wurde dann der Rheinarm durch die Urgewalt der tosenden Rheinw\u00e4sser zwischen Grimlinghausen und Kaarst vollst\u00e4ndig zugeworfen, so dass kein Rheinwasser mehr der Niederung zustr\u00f6men konnte. Die ganze Niederung versumpfte und vermoorte. Nur die Wasser der Niers bahnten sich in vielen Kr\u00fcmmungen einen Weg durch die breite Sumpffl\u00e4che. So entstand im Lauf der Jahrhunderte im Nierstale ein auf Tonschichten aufgewachsener Moorboden, in dem einzelne Sandb\u00e4nke (Donken genannt), wie Inseln eingebettet sind.<\/p>\n<p>Infolge der immer st\u00e4rkeren Besiedlung am Niederrhein wurde dann allm\u00e4hlich auch die Sumpfniederung nutzbar gemacht. Im Jahre 862 schenkte ein Graf Siegfried dem Kloster Lauersheim, zwischen Goch und Weeze gelegen, gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen der Niersniederung, die dann in Holzungen und Viehweiden umgewandelt wurden.<\/p>\n<p>Eins der Haupt\u00fcbel der Niers war bis nahezu in die letzte Zeit hinein das schwache Gef\u00e4lle. Zwischen der Quelle im Keyenberger Bruch und der M\u00fcndung bei Gennep in die Maas, besteht auf 128 km L\u00e4nge ein H\u00f6henunterschied von nur 67 m. Aber selbst dieses schwache Gef\u00e4lle stand dem Fluss nur zum geringsten Teile zur Verf\u00fcgung, weil die damaligen Grundherren in dem Niersflusse Staue zum Betrieb von 37 M\u00fchlen angelegt hatten. Da infolge des geringen Gef\u00e4lles der Niers unterhalb Abtshof durch diese Stau die ganze Niederung unter Wasser gesetzt wurde, musste zum Schutze des Gel\u00e4ndes die Niers in D\u00e4mme eingefasst werden. Die M\u00fchlenstaue folgten streckenweise so dicht aufeinander, dass der Stau der einen M\u00fchle in das Unterwasser der n\u00e4chst h\u00f6hergelegenen reichte. Die Niederung wurde durch einzelne Gr\u00e4ben, den in das Unterwasser jeder M\u00fchle f\u00fchrten, notd\u00fcrftig entw\u00e4ssert und von den Eigent\u00fcmern als Holzung oder Weide genutzt.<\/p>\n<p>Da jeder Grundherr bzw. M\u00fcller ohne R\u00fccksicht auf seine Ober- und oder Unterlieger glaubte, stauen zu k\u00f6nnen, damit er m\u00f6glichst viel Wasserkraft zur Verf\u00fcgung hatte, kam es laufend zu Streitigkeiten und \u00dcberschwemmungen. Um eine gewisse Ordnung herzustellen, musste eine Flusspolizei geschaffen werden, die f\u00fcr die Durchf\u00fchrung ihrer Aufgaben bestimmte Richtlinien erhalten musste. [\u2026]\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Richtlinien zur Aufgabenwahrnehmung waren die Vorl\u00e4ufer des Verbandes. Die erste Verordnung wurde von den Herz\u00f6gen von Cleve und Geldern bereits 1487 erlassen. Weitere Verordnungen wurden f\u00fcr verschiedene Landesgebiete bis 1841 erlassen. Im Gr\u00fcndungsjahr des Verbandes waren noch das \u201eNiersreglement vom 17. Juni 1841\u201c und die \u201eNiersordnung vom 6. M\u00e4rz 1769\u201c in Kraft.<\/p>\n<p>Um der fortschreitenden Versumpfung des Nierstales und der Niederung am Nordkanal nun wirksam entgegenzuwirken, wurde im Juni 1856 die <a href=\"http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/1856.06.16_Statut_Spalten.pdf\" target=\"_blank\">&#8222;Genossenschaft f\u00fcr die Melioration der Niers-Niederung von Neuwerk bis Caen in den Kreisen Gladbach, Kempen und Geldern, sowie der Niederung am Nordkanale im Kreise Gladbach des Regierungsbezirks D\u00fcsseldorf&#8220;<\/a> durch K\u00f6nig Friedrich Wilhelm von Preu\u00dfen gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_193\" aria-describedby=\"caption-attachment-193\" style=\"width: 801px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1856.06.16_Gr\u00fcndungsurkunde.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-193 size-large\" src=\"http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1856.06.16_Gr\u00fcndungsurkunde-801x1024.jpg\" alt=\"Gr\u00fcndungsurkunde der Genossenschaft f\u00fcr die Melioration der Niers- und Nordkanal-Niederung\" width=\"801\" height=\"1024\" srcset=\"http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1856.06.16_Gr\u00fcndungsurkunde-801x1024.jpg 801w, http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1856.06.16_Gr\u00fcndungsurkunde-235x300.jpg 235w, http:\/\/www.mittlereniers.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/1856.06.16_Gr\u00fcndungsurkunde.jpg 835w\" sizes=\"(max-width: 801px) 100vw, 801px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-193\" class=\"wp-caption-text\">1. Seite des Statuts zur Gr\u00fcndung der Genossenschaft f\u00fcr die Melioration der Niers- und Nordkanal-Niederung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Damit wurde die Trockenlegung des Nierstales erstmals planm\u00e4\u00dfig angegangen. Mit der \u00dcbernahme der Unterhaltung neu angelegter Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben in den Bereichen des Nordkanales und in Grefrath-Oedt konnte der Verband Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, inzwischen in &#8222;Wasser- und Bodenverband der Niers- und Nordkanalniederung&#8220; umbenannt, schon 1956 feststellen, dass das Ziel der Gr\u00fcndung der Genossenschaft erreicht wurde:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Entsumpfung und Trockenlegung der Niederungen ist planm\u00e4\u00dfig erreicht worden. Die Niederung besitzt heute eine geregelte Vorflut und alle anliegenden Grundbesitze k\u00f6nnen ordnungsgem\u00e4\u00df bewirtschaftet werden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Rahmen der Gr\u00fcndung des Nordkanalverbandes am 26.10.1959 kam es dann zu einer Neuverteilung der Aufgaben zwischen den bestehenden Verb\u00e4nden, was im Ergebnis zur Neuaufstellung des Wasser- und Bodenverbandes der Mittleren Niers und am 29.10.1960 zu einer entsprechenden Umbenennung f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Wie auch die Ver\u00f6ffentlichung der\u00a0Festschrift zum 125-j\u00e4hrigen Bestehen des Verbandes zeigt, ist seitdem die Entwicklung nicht stehen geblieben. Die Anforderungen an unsere Arbeit sind gestiegen und steigen weiter. Neben rein wasserwirtschaftlichen Aspekten m\u00fcssen wir\u00a0 heute auch \u00f6kologische und kulturelle Aspekte bei unserer Planung und Unterhaltung ber\u00fccksichtigen. Die \u00d6ffentlichkeit nimmt mehr Anteil an unserer Arbeit als fr\u00fcher. Die Gesellschaft fordert m\u00f6glichst unber\u00fchrte Natur, will aber gleichzeitig ausreichend wirtschaftliche produzierte Nahrungsmittel vorfinden und selbstverst\u00e4ndlich in modernen H\u00e4usern sicher\u00a0leben.<\/p>\n<p>Dies ist eine Herausforderung, der wir uns im Interesse unserer Mitglieder und der Allgemeinheit gerne stellen und deshalb auch den auf das 160-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um in 2016 folgenden Jahren\u00a0 optimistisch entgegen sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir k\u00f6nnen inzwischen auf eine \u00fcber 160-j\u00e4hrige Geschichte zur\u00fcckblicken. 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