2026
Renaturierung des Hammer Bachs am Rothweg
Mehr Platz für Wasser und natürliche Entwicklung
Im Bereich des Rothwegs in Viersen wurde ein Abschnitt des Hammer Bachs naturnah weiterentwickelt. Die Maßnahme entstand im Zuge einer Verlegung des bestehenden Querungsbauwerks und bot die Möglichkeit, den Gewässerabschnitt gleichzeitig ökologisch aufzuwerten.
Wie viele Gewässer am Niederrhein wurde auch der Hammer Bach in der Vergangenheit begradigt und technisch verändert. Ziel war damals vor allem, Wasser möglichst schnell abzuleiten. Aus heutiger Sicht bringt diese Bauweise jedoch Nachteile mit sich: Natürliche Strukturen fehlen, Überschwemmungsflächen sind kaum vorhanden und das Gewässer verfügt nur über wenig Raum für seine eigene Entwicklung.
Mit der Renaturierung sollte der Hammer Bach wieder naturnäher gestaltet und ökologisch aufgewertet werden. Gleichzeitig verbessert die Maßnahme langfristig die Wasserführung, unterstützt die Bewirtschaftung von Regenwasser und schafft zusätzliche Grünflächen und Freiräume im Umfeld.
Naturnahe Entwicklung und verbesserte Gewässerführung
Für die Maßnahme stand eine rund 4.700 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung. Das Gewässer wurde aufgeweitet und in geschwungenen Linien neu angelegt. Flachere Ufer und neue Überschwemmungsbereiche geben dem Wasser mehr Raum und fördern die natürliche Entwicklung des Bachs.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Schaffung zusätzlicher Retentionsflächen. Bei höheren Wasserständen kann sich das Wasser künftig kontrolliert ausbreiten. Dadurch entsteht Raum, um Wasser zeitweise zurückzuhalten und Hochwasserspitzen abzumildern.
Im Zuge der Arbeiten wurde außerdem das bestehende Querungsbauwerk verlegt. Dadurch konnten die Gewässerführung verbessert und die naturnahe Entwicklung des Gewässers unterstützt werden.
Lebensräume für Tiere und Pflanzen
Besonderes Augenmerk lag auf dem Erhalt vorhandener Gehölze. Bestehende Bäume wurden nach Möglichkeit in die Planung integriert und weitere Bereiche naturnah bepflanzt.
Ein wichtiger Bestandteil der Renaturierung war zudem der gezielte Einbau von Totholz. Verankerte Astbündel und Holzstrukturen schaffen unterschiedliche Strömungsbereiche, fördern die natürliche Entwicklung des Gewässers und bieten wertvolle Rückzugsräume für Tiere.
Auch vorhandene Materialien wurden sinnvoll weiterverwendet: Beim Aushub freigelegte Fundamentreste wurden zu kleinen Steinstapeln angeordnet. Diese bieten potenzielle Lebensräume für wechselwarme Tierarten und ergänzen die ökologischen Strukturen der Fläche.
Ein Projekt mit Mehrwert für Natur und Mensch
Die Renaturierung am Rothweg verbindet ökologische Aufwertung mit wasserwirtschaftlichem Nutzen. Der Hammer Bach erhält mehr Raum für eine natürliche Entwicklung, neue Lebensräume entstehen und gleichzeitig wird die Fähigkeit verbessert, größere Wassermengen aufzunehmen und zurückzuhalten.
Darüber hinaus trägt die Maßnahme zu einem besseren Umgang mit Regenwasser im Stadtgebiet bei und stärkt die Anpassungsfähigkeit an zukünftige Wetterextreme. So entsteht ein Gewässerraum, von dem Natur, Wasserhaushalt und Menschen gleichermaßen profitieren.