2017.07.10_Beitragsbild_Pumpstation

Pumpstation Grefrath

Geschichtliches

Die Wasserwirtschaft am Niederrhein ist geprägt vom meist geringen Gefälle des Geländes und den hohen Grundwasserständen, die dazu geführt haben, dass sich in den Niederungsgebieten der Gewässer oft Moore und sumpfartige Flächen ausgebildet haben, die nicht wirtschaftlich nutzbar waren. Daher wurden ab dem Mittelalter und vermehrt seit Gründung des Wasser- und Bodenverbandes der Mittleren Niers 1856 nicht nur im Niersgebiet Grabensysteme geschaffen, die die Flächen entwässerten und nutzbar machten. Zusätzlich wurden natürliche Gewässer begradigt, damit das Wasser schneller abfließen konnte.

Im Gebiet rund um Grefrath liegen die Flächen jedoch zum Teil so tief, dass die im Zuge der Entwässerung angelegten Gräben und ausgebauten natürlichen Gewässer nicht mehr überall über ihr natürliches Gefälle in die Niers entwässern können. Um dennoch eine Entwässerung zu erreichen, mussten technische Maßnahmen ergriffen werden.

Technische Lösung

Im Jahr 1963 wurde daher die Pumpstation in Grefrath errichtet. Diese entwässert über zwei Pumpschnecken das Einzugsgebiet des Gewässers 12.00. Das Gewässer 12.00 ist zusammen mit seinen Nebengewässern mehrere Kilometer lang und entspringt in den Ausläufern der Süchtelner Höhen. Insbesondere bei Starkregenereignissen und Dauerregen werden große Wassermengen in Richtung Grefrath abführt. Außerdem ist seit einigen Jahren auch das Gewässer 7.00 durch eine unterirdische Verrohrung an das Pumpwerk angeschlossen.

Pumpstation Grefrath

Steuerung

Die beiden Schnecken (1750 mm, Leistung 800 l/s und 1100 mm, Leistung 275 l/s) werden über Motoren angetrieben, die über den Wasserstand im Zulauf auf die Pumpstation gesteuert werden und automatisch anlaufen.

Motoren im Innenraum
Motoren im Innenraum

Dabei werden die Pumpen jeweils separat gesteuert, um bei einem Ausfall der Steuerung oder einer Pumpe wenigstens eine Pumpe verwenden zu können. Störungen werden zudem per SMS an den Verband gemeldet, damit ggfls. im Rahmen des Bereitschaftsdienstes die Einsatzfähigkeit der Pumpen wieder hergestellt werden kann. 1996 wurden die Schnecken erneuert und 2015 die komplette Steuerung überarbeitet und auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Große Pumpschnecke
Große Pumpschnecke