02.11.2015: Kopfweidenpatenschaft in Grefrath-Oedt

Mit Begeisterung waren bei sonnigem Herbstwetter am 2.11.2015 die Schüler von zwei 4. Klassen der Gemeinschaftsgrundschule Oedt dabei, als es darum ging, am Pilotprojekt am Zweigkanal die dort gepflanzten 12 Weiden zurückzuschneiden und aus dem Rückschnitt Weidenholzfaschinen zu binden. Die Maßnahme fand auf Anregung und unter Mitarbeit des NABU Grefrath statt.

(c) NABU Grefrath (Karl-Heinz Hengsten, Franz Miertz) Schüler beim Binden von Weidenholzfaschinen
(c) NABU Grefrath (Karl-Heinz Hengsten, Franz Miertz)
Schüler beim Binden von Weidenholzfaschinen

Fast vier Unterrichtsstunden waren die Kinder damit beschäftigt, mit Astscheren zunächst die Weiden auszuschneiden und dann daraus unter fachkundiger Anleitung von Herrn Houbertz und Herrn Goetzens Weidenholzfaschinen zu binden. Diese werden bei der Uferfusssicherung in den vom Verband zu unterhaltenden Gewässern verwendet werden, wie Frau Kleindopp den Kindern anhand von Zeichnungen erklärte.

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26.6.2013: Neue Uferbefestigungen aus Weidenholz

Der Wasser und Bodenverband der Mittleren Niers hat in diesem Frühjahr erstmals versuchsweise in zwei seiner Gewässer in Grefrath selbst hergestellte Faschinen aus Weidenholz zum Befestigen der Böschungsfüße eingebaut. Die Verwendung von Weidenholz ermöglicht es, ökologische, landschaftspflegerische und hydraulische Aspekte miteinander zu verbinden.

Frisch geschnittene Kopfweide
Frisch geschnittene Kopfweide

Der Einbau von Flechtmatten oder Faschinen (= walzenförmige Reisig- bzw. Rutenbündel) verhindert Böschungsabbrüche in den Gräben, die den Wasserablauf stören und auf Dauer zu einer Verlandung der Gräben führen würden. Dies würde wiederum zu einer großflächigen Vernässung der Böden und zu einem Anstieg des Hochwasserrisikos führen. Die Weidenholzruten für diese neuen Faschinen stammen aus dem Pflegerückschnitt der die niederrheinische Landschaft prägenden Kopfweiden. Zu ihrem Erhalt ist der regelmäßige Rückschnitt erforderlich, damit die Kronen nicht zu schwer werden und auseinander brechen.

Christoph Rüber, Geschäftsführer des Wasser und Bodenverbandes der Mittleren Niers:

„Wir gehen davon aus, dass die Weidenholzfaschinen deutlich langlebiger sind, als die zuletzt verwendeten Flechtmatten aus Robinienholz, die regelmäßig bereits nach 5 Jahren ausgetauscht werden mussten. Die Kosten für den Einbau und die Herstellung der Faschinen liegen trotz eigener handwerklicher Herstellung zudem deutlich unter den früher verwendenden Flechtmatten und ermöglichen zudem eine ökologisch sinnvolle Verwendung der bei der Landschaftspflege anfallenden Weidenholzabfälle. Zusätzlich erwarten wir, dass der Austrieb der Weidenruten und die damit verbundene flächige Durchwurzelung des Bodens zu einer weiteren, stabilen und dauerhaften Befestigung der Böschungen führt und außerdem zu einer ökologischen Aufwertung der bisher allein wasserwirtschaftliche Zwecken dienenden Gräben führen wird.“

Verlaufen diese Versuche der Verwendung von Weidenholzfaschinen weiterhin so erfolgreich, wie der Verband dies nach den ersten Erfahrungen erwartet, so wird er in Zukunft in allen Gewässern auf die Verwendung von Weidenholzfaschinen setzen und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der niederrheinischen Landschaft leisten können.

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