29.10.2018: Die Bepflanzung der Cloer hat mit tatkräftiger Hilfe begonnen

Gestern hat die Bepflanzung am Bettrather Dyk in Neersen begonnen. Auf der in 2016 und 2017 renaturierten Fläche an der Cloer werden über 80 verschiedene Bäume gepflanzt, um für eine Beschattung des Gewässers zu sorgen. Dies sind vor allem Erlen, Weiden und Eschen, die am Niederrhein natürlicherweise an Gewässern vorkommen. Die Beschattung hilft, eine Verkrautung der Sohle zu verhindern und entspricht dem natürlichen Gewässertyp am Niederrhein.

Hilfe kam dabei von einer Kindergartengruppe aus der Kita Pappelallee, die unsere Mitarbeiter Norbert Lüfkens, Paul Linßen und Rudi Goetzens tatkräftig unterstützt haben. In weniger als einer Stunden, waren schon mehr als 5 Bäume gepflanzt. Die Kinder hatten sichtlich viel Spaß an dieser Aktion und werden diese hoffentlich noch lange in Erinnerung halten.

Beim Bäume pflanzen
Beim Bäume pflanzen
Gruppenbild
Lehrstunde (Erwachsene von l.n.r.;: Paul Linßen, 2 Erzieherinnen der Kita, Christoph Rüber (Geschäftsführer beim Wasser- und Bodenverband), Martina Stall (Technische Beigeordnete der Stadt Willich), Peter Joppen (Vorstandsvorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes), Josef Heyes,

Auch Bürgermeister Heyes packte tatkräftig an und erklärte den Kindern, die aufmerksam zuhörten, wie man Bäume pflanzt und welche Bedeutung Bäume für die Natur haben. Und dann gab es noch eine Überraschung. Zur Vorbereitung des Termins, waren die Uferböschungen der Cloer geschnitten und diese z.T. gekrautet worden. Dabei hatte sich ein Bewohner der Cloer unter dem Mähgut versteckt. Er hatte Glück, dass er nicht versehentlich zertreten sondern entdeckt wurde. Natürlich wurde der Krebs vorsichtig vom Mähgut befreit und zurück ans Gewässer getragen und dort in die Freiheit entlassen.

Amerikanischer Sumpfkrebs
Amerikanischer Sumpfkrebs

Erste Recherchen haben ergeben, dass es sich dabei um einen Amerikanischen Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) handelt, der in Europa eingewandert ist, ein sogenannter Neozoe. Er benötigt sauberes Wasser. Dass er sich offenbar in der Cloer wohlfühlt, spricht für die durchgehende gut Wasserqualität in der Cloer.

In der Vorwoche hatten wir schon, zur Verbesserung der Ökologischen Situation an der Cloer, verschiedene Arten und Stücke Totholz eingebaut. Wichtig dabei ist, dass diese so gegen Wegschwemmen gesichert sind, dass sie auch bei höheren Wasserständen und damit zunehmender Strömung an ihrem Platz bleiben.

Totholz (Baumstubben) in der Cloer
Totholz (Baumstubben) in der Cloer

Totholz schafft neue Lebensräume für viele Klein- und Kleinstlebewesen in den Gewässern. Es nimmt Einfluss auf die Strömung und sorgt damit für Bereiche, mit unterschiedlichen Strömungsstärken, die unterschiedlichen Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten.

Weitere Infos:

16.09.2018: Radtour „Wasser in Kultur- und Naturraum rund um Wachtendonk“

Niers bei Burg Wachtendonk
Niers bei Burg Wachtendonk

Am 16.09.2018 ab 9:30 Uhr findet zum ersten mal unsere neue Radtour „Wasser in Kultur- und Naturraum rund um Wachtendonk“ statt.

Sedimentfang
Sedimentfang

Beginnend und endend in der Ortsmitte von Wachtendonk (Friedensplatz) führt die ca.17 km lange Radtour entlang des historischen Stadtgrabens und verschiedener Gewässer und Anlagen (Sedimentfang, Nettedücker)in das Umland von Wachtendonk zu drei Rückhaltebecken (Dorfbach I, Dorfbach II und Aerbecker Bach) sowie zu einem Auwaldrest. Dabei wird die Bedeutung der Fließgewässer für Kultur und Natur erläutert.

Treffpunkt ist der Friedensplatz in Wachtendonk. Um Anmeldung bis 14.09.2018 unter 02158-408198-0 oder info@mittlereniers.de wird gebeten. Ein verkehrssicheres Fahrrad muss vom Teilnehmer mitgebracht werden.

Am 07.07.2019 wird diese Radtour wiederholt.

25.04.2018: Die Vorhersage ist eingetreten: Ein kleines Biotop hat sich entwickelt

Sechs Jahre ist es nun her, dass wir eine ca. 1.400 m² große Fläche an der Kreisstraße 12 in Grefrath auf Stock gesetzt haben. Damals stand diese Aktion im Fokus der Öffentlichkeit und wurde von vielen Bürgern als harter und unnötiger Eingriff in die Natur kritisiert.

Artikel aus der WZ vom 03.03.2012
Artikel aus der WZ vom 03.03.2012

Schon damals haben wir versucht zu erläutern, dass die Maßnahme neuen Lebensraum schafft und damit für die Natur überwiegend vorteilhaft ist. Dies hat sich bewahrheitet. Inzwischen hat sich das Gewässer 6.0 in diesem Bereich wieder ein geschwungenes Bachbett gesucht, alle auf Stock geschnittenen Weiden und Erlen sind ausgeschlagen und haben üppiges neues Kopfholz entwickelt.

Bachbett mit Austrieben von Schilfblumen
Bachbett mit Austrieben von Schilfblumen

Wegen der besseren Versorgung mit Licht bis auf die Ufer des Gewässers, haben sich dort Schilfblumen, Riedgrass, wilder Baldrian und Wiesenschaumkraut angesiedelt. Während der Blüte der Weiden und Weißdornsträucher stellen diese zudem eine wichtige Nahrungsquellen für Insekten und Wildbienen dar.

Weidenkätzen als Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten
Weidenkätzen als Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten

Alles in allem, war die Maßnahme, die damals vor allem der Verkehrssicherheit diente, damit wie ein Lottogewinn für die Natur, kann man die Entwicklung der letzten Jahre zusammen.

12.01.2018: Neuzugang im Fuhrpark

Minibagger ermöglicht maschinelle Unterhaltung auf minimaler Fläche

Bereits im Herbst 2017 haben wir unseren  Fuhrpark um einen Minibagger ergänzt.

Im Rahmen der Änderung unserer Veranlagungsregeln hatten wir bereits ausgelotet, wie wir den für die maschinelle kostengünstige Unterhaltung erforderlichen Platzbedarf am Gewässer reduzieren können. Die Wahl ist auf die Anschaffung eines Ketten-Kurzheckbaggers gefallen, der trotz langer Ausladung des Baggerarms beim Drehen der Kabine nicht über die Kettenbreite hinausragt. Damit können wir auch an engen Stellen, bei denen die Bebauung, Zäune, Bäume und Sträucher bis fast an das Gewässer heranreichen, noch kostengünstig unterhalten. Mit den bereits vorhandenen Geräten im Verband benötigten wir bisher einen Streifen von 4 m. Damit können wir vor allem in städtisch geprägten Gebieten die Belastung mit Erschwernisbeiträgen für die Anwohner an den Gewässern reduzieren.

Minibagger (Fahrerkabine)
Minibagger (Fahrerkabine)

28.09.2017: Sohlschalenentnahme schreitet gut voran!

Trotz des einsetzenden Regens kommt die Sohlschalenentnahme am Gewässer 23.01.01 gut voran. Die Sohlschalen lassen sich gut entnehmen, die Böschungen bleiben stabil und Böschungsausbrüche gibt es bisher nicht. Es ist zu erwarten, dass die Maßnahme zeitgerecht abgeschlossen werden kann.

Schreitbagger bei der Sohlschalenentnahme
Schreitbagger bei der Sohlschalenentnahme

 

25.09.2017: Sohlschalenentnahme am Gewässer 23.01.01 beginnt

Förderung MinisteriumIm Rahmen eines vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes entnimmt der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers ab dem 25.09.2017 die sich im Gewässer 23.01.01 in Viersen befindlichen Sohlschalen.

Das Gewässer 23.01.01 ist ein erheblich verändertes Nebengewässer des Gewässers 23.00 in Viersen. Es ist seit vielen Jahren fast auf seiner gesamten Länge mit Sohlschalen ausgelegt. Sohlschalen sind meist halbrunde Betonfertigteile, die früher in die Gewässer eingebaut wurden, damit das Wasser ungehindert abfließen konnte. Dies war besonders dann hilfreich, wenn Abwasser schnell abtransportiert werden sollte und erleichterte die Pflege der Gewässer.

Gewässersohle mit Sohlschalen aus Beton
Gewässersohle mit Sohlschalen aus Beton

Heute, zu Zeiten der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie, sollen alle unsere Gewässer bis 2027 ein gutes ökologisches Potential aufweisen. Die Herstellung einer natürlichen Sohle ist der erste Schritt zur Entwicklung eines natürlichen Gewässers, da sie Voraussetzung für die Ausbildung verschiedener Strömungsverhältnisse auf der Sohle und damit unterschiedlicher Lebensräume ist. Daher werden in einem vom Land NRW geförderten Projekt die Sohlschalen im Gewässer 23.01.01 entnommen. Dazu werden sie mit einer Baggerzange aufgenommen, auf LKW bzw. Schlepper verladen, abtransportiert und ordnungsgemäß entsorgt.

Natürliche Sohle
Natürliche Sohle

Das Gewässer 23.01.01 verläuft östlich des Stadtteils Rahser. Es zweigt ca. 50 m nördlich der Gerberstraße vom Gewässer 23.00 ab und verläuft parallel zum östlichen Rand der Schrebergartensiedlung in nordwestlicher Richtung auf den Clörather Weg zu. Unmittelbar vor dem Clörather Weg knickt das Gewässer nach Osten ab und mündet kurz vor dem Baggerloch wieder in das Gewässer 23.00.

Gewässernetz um das Gewässer 23.01.01
Gewässernetz um das Gewässer 23.01.01

Schon in der Vergangenheit wurden am Gewässer 23.00 in kürzeren Abschnitten Sohlschalen entnommen. Hier konnte sich in kürzester Zeit eine natürliche Sohlstruktur und damit neuer Lebensraum für Fauna und Flora entwickeln.

Entwicklung eines Gewässers nach Sohlschalenentnahme
Entwicklung eines Gewässers nach Sohlschalenentnahme

Wir haben das Ziel, in den nächsten Jahren möglichst alle Sohlschalen aus den von uns zu unterhaltenen Gewässern zu entfernen, soweit dies technisch machbar ist.

In Kürze werden wir auch zu dieser Maßnahme ein Informationsschild anbringen.

Infoschild zur Sohlschalenentnahme am Gewässer 23.01.01
Infoschild zur Sohlschalenentnahme am Gewässer 23.01.01

13.06.2017: Neues Rückhaltebecken am Rothweg, Viersen in Planung!

Gebäudebestand Rothweg
Gebäudebestand Rothweg

Wir planen zur Zeit ein neues Rückhaltebecken am Hammer Bach in Viersen. Aktuell wurde das Gelände einzäunt und mit ersten Informationen zu den weiteren Planungen versehen.

Infotafel 28_HWRB Rothweg
Infotafel 28_HWRB Rothweg

Der Hammer Bach

Der Hammer Bach (Gewässer 31.00) ist ein Gewässer, das in den höheren Lagen oberhalb von Viersen-Beberich, zwischen den sich am Kreuz Mönchengladbach kreuzenden Autobahnen 61 und 52 entspringt. Er hat ein Einzugsgebiet von rund 13 km² und eine Länge von 6,7 km.

Zunächst ist der Hammer Bach über ca. 1 km nur ein meist trockener Graben, der das Oberflächenwasser aus den flachen Hängen östlich von Mönchengladbach aufnimmt. In Beberich wird die Wasserführung des Hammer Baches durch mehrere kleine Quellen verbessert. Ab dort ist der Hammer Bach ganzjährig wasserführend. Nach Durchfließen von 5 Rückhaltebecken und verschiedener Ortsteile von Viersen mündet er zwischen Willich-Neersen und Süchteln in die Niers.

Hochwasserproblematik

Aufgrund der Hügel im Einzugsgebiet des Hammer Baches und der weitläufigen ackerbaulichen Nutzungen sowie Zunahme von versiegelten Flächen führen Regenereignisse schnell zu einem Ansteigen des Wasserstandes im Hammer Bach. Da der Bach im Mittellauf durch dicht bebaute Ortsteile von Viersen verläuft, sind damit erhebliche Hochwasserrisiken verbunden. Daher handelt es sich beim Hammer Bach auch um ein Hochwasserrisikogewässer.

Kartenausschnitt Überschwemmungsgebiet
Kartenausschnitt Überschwemmungsgebiet

Um die Hochwasserrisiken zu senken und die Wasserführung auszugleichen, wurden in den 1990ger Jahren 5 Hochwasserrückhaltebecken im Hauptfluss am Hammer Bach und 4 Rückhaltebecken an den Nebengewässern des Hammer Baches gebaut. Die Hochwasserrückhaltebecken wurden von der Quelle bis zur Mündung durchnummeriert. Die Becken I, II und IV am Hammer Bach verfügen über elektronisch gesteuerte Stauanlagen, die abhängig vom Wasserstand im Becken den Ablauf steuern.

Hammer Bach mit RHB
Hammer Bach mit RHB

Vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Verhältnisse sind weitere Becken bzw. die Erweiterung vorhandener Becken in Planung.

Planung am Rothweg

Für den Bau eines neuen Hochwasserrückhaltebeckens haben wir von der Stadt Viersen mehrere Grundstücke im Überschwemmungsgebiet des Hammer Baches rund um den Rothweg erworben.

Erste Überlegungen haben zu einem ersten, skizzenhaften Entwurf geführt, der im Einklang mit der EG-WRRL auch die Hochwasserrisiken für die flussabwärts unterhalb des Rothwegs liegenden Flächen deutlich verringern sollen. Dabei wurden vor allem die bereits uns gehörenden Flächen genutzt. Der alte, durch die vorhandene Bebauung stark eingeengte Verlauf des Hammer Baches soll zugunsten eines neuen Gerinnes, das das Becken an seiner tiefsten Stelle durchfließt, aufgegeben werden. Das Becken soll in weiten Teilen des Jahres trocken sein und nur bei vermehrtem Wasserabfluss ganz oder teilweise mit Wasser gefüllt sein.

Planungsskizze (Vorplanung)
Planungsskizze (Vorplanung)

Auf diese Weise können die Vorzüge des Hochwasserschutzes mit der Ausgestaltung einer Sekundäraue, wie sie für niederrheinische Gewässer typisch ist, verbunden werden. Auch eine Nutzung für Freizeitzwecke kann, in Absprache mit der Stadt Viersen, eingeplant werden.

Bitte Beachten Sie: Bei diesem Planungsentwurf handelt es sich um eine erste Skizze, aufgrund derer die Frage der Liegenschaften mit den bisherigen Eigentümern versucht wird zu klären. Gelingt dies nicht, so wird die Planungsskizze im Rahmen der Genehmigungsplanung noch angepasst werden.

Derzeitiger, ungefährer Zeitplan

2017:

In einem ersten Schritt werden die auf unseren erworbenen Flächen aufstehenden Gebäude abgerissen. Die dazu notwendige Abbruchgenehmigung liegt inzwischen vor. Parallel dazu wird mit den derzeitigen Eigentümern der für die Umsetzung der Planung noch erforderlichen Grundstücke über einen möglichen Erwerb gesprochen. Nach Abschluss der Gespräche wird die Planungsskizze ggfls. angepasst.

2018:

Bei dem Bau eines Rückhaltebeckens im Hauptfluss handelt es sich um einen genehmigungsbedürftigen Gewässerausbau. Die Genehmigungsplanung umfasst umfangreiche hydrologische und hydraulische Berechnungen, verschiedene Pläne und einen umfassenden Erläuterungsbericht.

2019:

Nach Einreichung des Antrags bei der unteren Wasserbehörde des Kreises Viersen führt diese ein Plangenehmigungsverfahren durch, bei dem noch einmal alle Eigentümer der Nachbargrundstücke sowie die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden.

2020/2021:

Nach Erteilung der Genehmigung werden wir einen Fördergeldantrag stellen und nach dessen Bescheidung mit der Umsetzung der Maßnahme beginnen.

Weitere Infos:

 

 

 

29.05.2017: Blühstreifen an der Cloer in Schiefbahn

Nach verschiedenen Gesprächen, wurde gestern mit der Einsaat eines Blühstreifens an der Cloer in Willich-Schiefbahn die abgesprochene Kooperation zwischen der Stadt Willich, dem Hegering, den betroffenen Landwirten und dem Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers in die Tat umgesetzt.

v.l.: Peter Joppen (Vorstandsvorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes und Landwirt), Stephanie Cappel (Liegenschaften Stadt Willich), Klaus Fruhen (Jagdaufsicht), Hans Josef Windbergs, Bereichsleiter Technik Wasser- und Bodenverband), Alina Klein und Andreas Kublank (beide Stadt Willich), Matthias Wellen (Landwirtschaft), Heiner Wellen (Landwirtschaft), Georg Heyes (Jagdpächter und Landwirt)
v.l.: Peter Joppen (Vorstandsvorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes und Landwirt), Stephanie Cappel (Liegenschaften Stadt Willich), Klaus Fruhen (Jagdaufsicht), Hans Josef Windbergs, Bereichsleiter Technik Wasser- und Bodenverband), Alina Klein und Andreas Kublank (beide Stadt Willich), Matthias Wellen (Landwirtschaft), Heiner Wellen (Landwirtschaft), Georg Heyes (Jagdpächter und Landwirt)

Durch die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an die Landschaft gehen immer mehr Flächen für Wild, Insekten und die Natur im Allgemeinen verloren. Daher haben sich die Beteiligten zusammengesetzt und ausgelotet, was mit wenig Aufwand und viel Gewinn für die Natur auf die Beine gestellt werden kann. Dabei ist die Einsaat eines Blühstreifens im Unterhaltungsstreifen der Cloer herausgekommen, der nun kooperativ umgesetzt wird:

Die Stadt Willich als Eigentümerin des Unterhaltungsweges entlang der Cloer hat regionales Saatgut sowie die Nutzung der Fläche zur Verfügung gestellt. Die Landwirte – teilidentisch mit dem örtlichen Hegering – haben die Fläche für die Aussaat vorbereitet und führen die Aussaat durch. Der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers als Unterhaltungspflichtiger der Cloer wird bei der Gewässerunterhaltung versuchen, den Blühstreifen zu schonen und diesen nur noch so wenig wie möglich zu überfahren und zu mähen. „Einer Reduzierung der Mahd, insbesondere in den Böschungsschrägen, sind allerdings Grenzen gesetzt“ erläutert Hans Josef Windbergs, Bereichsleiter Technik beim Wasser- und Bodenverband, „denn die Cloer ist ein hydraulisch wichtiges Gewässer und muss jederzeit in der Lage sein, auch bei größeren Regenereignissen das anfallende Wasser abzuführen. Dazu ist es wichtig, dass die Uferböschungen regelmäßig geschnitten werden.“

Alle Beteiligten appellieren an die Spaziergänger und Reiter, die Fläche zu schonen, indem sie diese nicht betreten, überfahren oder überreiten, damit die nach dem Auflaufen noch empfindlichen Pflanzen auch die Chance haben, sich zu entwickeln und zu vermehren.

Maschine und Mensch im Einsatz für die Natur
Maschine und Mensch im Einsatz für die Natur

Weitere Infos:

18.09.2016: Radtour zum Historischen Wehr

Der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers bot erneut am 18.09.2016 aus Anlass des 160-jährigen Bestehens eine Radwanderung zum Historischen Wehr zum Thema „Der Wandel der Gewässerbewirtschaftung im Niersgebiet“ an.

Bei schönstem Wetter begann die Radtour am Verbandsgebäude in Grefrath. Entlang des Gewässers 6.0, der Schleck und der Niers zeigte sich die geänderte Zielsetzung der Wasserwirtschaft während der letzten 160 Jahre. Durch ein kleines Naturschutzgebiet mit den Resten von Erlenbruchwäldern führte der Weg zum Klärwerk Grefrath, wo die geplante Maßnahme „Umgestaltung Schwarzbruch“ vorgestellt wird, weiter zur Langendonker Mühle und vorbei an Tonis Bauerncafé. Ziel ist das Historische Wehr zwischen Grefrath und Wachtendonk, welches im Anschluss an die insgesamt 16 km lange Radtour besichtigt und dessen Funktionsweise erläutert wird.

Auf Wunsch der Teilnehmer fand zum Ende der Veranstaltung noch eine Besichtigung des Fuhrparks des Verbandes statt.

Die Teilnahme war kostenlos.

Weitere Infos:

26.6.2013: Neue Uferbefestigungen aus Weidenholz

Der Wasser und Bodenverband der Mittleren Niers hat in diesem Frühjahr erstmals versuchsweise in zwei seiner Gewässer in Grefrath selbst hergestellte Faschinen aus Weidenholz zum Befestigen der Böschungsfüße eingebaut. Die Verwendung von Weidenholz ermöglicht es, ökologische, landschaftspflegerische und hydraulische Aspekte miteinander zu verbinden.

Frisch geschnittene Kopfweide
Frisch geschnittene Kopfweide

Der Einbau von Flechtmatten oder Faschinen (= walzenförmige Reisig- bzw. Rutenbündel) verhindert Böschungsabbrüche in den Gräben, die den Wasserablauf stören und auf Dauer zu einer Verlandung der Gräben führen würden. Dies würde wiederum zu einer großflächigen Vernässung der Böden und zu einem Anstieg des Hochwasserrisikos führen. Die Weidenholzruten für diese neuen Faschinen stammen aus dem Pflegerückschnitt der die niederrheinische Landschaft prägenden Kopfweiden. Zu ihrem Erhalt ist der regelmäßige Rückschnitt erforderlich, damit die Kronen nicht zu schwer werden und auseinander brechen.

Christoph Rüber, Geschäftsführer des Wasser und Bodenverbandes der Mittleren Niers:

„Wir gehen davon aus, dass die Weidenholzfaschinen deutlich langlebiger sind, als die zuletzt verwendeten Flechtmatten aus Robinienholz, die regelmäßig bereits nach 5 Jahren ausgetauscht werden mussten. Die Kosten für den Einbau und die Herstellung der Faschinen liegen trotz eigener handwerklicher Herstellung zudem deutlich unter den früher verwendenden Flechtmatten und ermöglichen zudem eine ökologisch sinnvolle Verwendung der bei der Landschaftspflege anfallenden Weidenholzabfälle. Zusätzlich erwarten wir, dass der Austrieb der Weidenruten und die damit verbundene flächige Durchwurzelung des Bodens zu einer weiteren, stabilen und dauerhaften Befestigung der Böschungen führt und außerdem zu einer ökologischen Aufwertung der bisher allein wasserwirtschaftliche Zwecken dienenden Gräben führen wird.“

Verlaufen diese Versuche der Verwendung von Weidenholzfaschinen weiterhin so erfolgreich, wie der Verband dies nach den ersten Erfahrungen erwartet, so wird er in Zukunft in allen Gewässern auf die Verwendung von Weidenholzfaschinen setzen und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der niederrheinischen Landschaft leisten können.

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