04.04.2022: Gewässerrenaturierung Siepbach in Wachtendonk fertiggestellt

Wasser- und Bodenverband hat eine weitere Gewässerausbaumaßnahme fertiggestellt

Der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers hat im Rahmen der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie eine wasserbauliche Maßnahme in Wachtendonk abgeschlossen.

Mit dem Projekt „Renaturierung Siepbach“ beabsichtigt der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers, im Zuge der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die Erreichung des guten ökologischen Potentials für einen Teilabschnitt des Siepbachs nachhaltig zu fördern. Außerdem trägt die Maßnahme zur Förderung des natürlichen Wasserrückhalts und somit auch zur Hochwasservorsorge im Bereich Wankum/Wachtendonk bei.

Gestaltungsplan der Baumaßnahme

Der Siepbach fließt vom Quellgebiet am Hochheckweg in nordöstliche Richtung. Östlich vom Ortsteil Aerbeck quert er die Autobahn A40 und mündet nach 2,1 km in das Gewässer 03.10.01. Im Laufe der Jahre wurde der Siepbach wie viele andere Gewässer auch, in seinem Lauf begradigt und technisch ausgebaut und besaß daher zuletzt in tief eingeschnittenes Trapezprofil.

Hintergrund der Maßnahme war, dass das Gewässer die Hofanlage von Herrn Straeten querte. Dadurch konnte er diese nicht mehr den wirtschaftlichen Erfordernissen anpassen und nutzen. Gleichzeitig stellte der Hofbetrieb Risiken für nicht erwünschte Stoffeinträge in das Gewässer dar, die zur Erreichung eines guten ökologischen Potentials verhindert werden mussten. Eine Entwicklung des Gewässers in der ursprünglichen Lage schied aus. Gemeinsam mit dem Hofeigentümer, der zuständigen unteren Wasserbehörde des Kreises Kleve und dem Verband entstand die Idee, das Gewässer, um den Hof herumzulegen und gleichzeitig das Gewässer zu renaturieren.

Fertige Maßnahme aus der Luft Fließrichtung von links nach rechts

Innerhalb der Maßnahme wurde das anthropogen geprägte Gewässerlauf Anfang 2021 umgelegt und um 50 Meter verlängert. Das neue Profil wurde im Gegensatz zum tief eingeschnittene Regelprofil, als ein natürliches Profil mit flachen Böschungen gestaltet. Während der 7-wöchigen Hauptumbauphase wurden ca. 2.200 m³ Bodenmassen bewegt, um das geschwungene Gewässer in den vorgesehenen 10 m breiten Korridor Verlauf zu legen. Zukünftig stehen für die Rückhaltung des anfallenden Niederschlagswassers ca. 1.000 m³ mehr Volumen zur Verfügung.

Maßnahme kurz nach der Fertigstellung mit gepflanzten Bäumen, Schilf und eingebautem Totholz

Zum Abschluss der Maßnahme wurden Bäume sowie Schilf und Röhrichte gepflanzt. Außerdem wurden Totholzelement eingebracht, die verschiedenartigen Habitate am Gewässer abbilden.

28.06.2019: Absage Radtour am 07.07.2019

Wachtendonk – Blick auf die Niers

Leider muss die im Veranstaltungskalender des NP Schwalm-Nette angekündigte  Radtour „Wasser im Kultur- und Naturraum rund um Wachtendonk“ aus personellen Gründen ausfallen. Wir bitten um Verständnis und hoffen, diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten zu können.

12.04.2018: Renaturierungsplanung für den Stadtgraben in Wachtendonk hat begonnen

Im Rahmen eines wasserrechtlichen Verfahrens soll der Stadtgraben in Wachtendonk im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie ökologisch verbessert und gleichzeitig auch wieder besser im Stadtbild sichtbar werden. Das wasserwirtschaftliche Entwicklungsziel der vorliegenden Maßnahmenplanung besteht daher in der Schaffung gewässerstruktureller Voraussetzungen zur Erreichung des guten ökologischen Potentials (GÖP). Um dies zu erreichen, sind Aufweitungen sowie Maßnahmen zur Renaturierung des Stadtgrabens geplant.

Karte Stadtgraben mit gekennzeichneten Bohrorten
Karte Stadtgraben mit gekennzeichneten Bohrorten

Der Stadtgraben hat außerdem einen historischen Hintergrund. Er verläuft zum Großteil auf der Trasse, auf der sich im Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert der Stadtbefestigungsgraben um die Stadtmauer befunden hat. Daher sind bei der Überplanung auch Denkmalschutzgesichtspunkte mit einzubeziehen.

c) Hydronik GmbH, v.l.n.r.: Christine Kleindopp, Gruppenleiterin Bau und Planung, WBVdMN, Peter Joppen, Vorstandsvorsitzender WBVdMN, Pascal van Elsbergen-Wardthuysen, Projektleiter Hydronik GmbH, Hans-Josef Aengenendt, Bürgermeister Gemeinde Wachtendonk, Christoph Rüber, Geschäftsführer WBVdMN, Jens-Uwe Pietzsch, Geschäftsführer Hydronik GmbH
c) Hydronik GmbH, v.l.n.r.: Christine Kleindopp, Gruppenleiterin Bau und Planung, WBVdMN, Peter Joppen, Vorstandsvorsitzender WBVdMN, Pascal van Elsbergen-Wardthuysen, Projektleiter Hydronik GmbH, Hans-Josef Aengenendt, Bürgermeister Gemeinde Wachtendonk, Christoph Rüber, Geschäftsführer WBVdMN, Jens-Uwe Pietzsch, Geschäftsführer Hydronik GmbH

Um beide Gesichtspunkte miteinander vereinbaren zu können, wurde nun in einem ersten Projektschritt begonnen, mit archäologischen Untersuchungen die Planungstrasse zu ermitteln. Durch Rammkernsondierungen und Baggersondagen soll zunächst die historische Lage und Tiefe des Stadtgrabens ermittelt werden. Dabei werden Bodenproben entnommen, um über den Schichtaufbau zu erkunden, aus welchen historischen Zeiten diese stammen und ob diese natürlichen oder kulturellen Ursprungs sind.

(c) Hydronik GmbH, Pascal van Elsbergen-Wardthuysen, Projektleiter Hydronik GmbH bei der Überprüfung der Bohrprobe
(c) Hydronik GmbH, Pascal van Elsbergen-Wardthuysen, Projektleiter Hydronik GmbH bei der Überprüfung der Bohrprobe

Insgesamt sind 6 Bohrlinien vorgesehen, in denen die Sondierungen bis zu einer Tiefe von 4 m abgeteuft werden.

Die Arbeiten werden von der Fa. Hydronik GmbH aus Emmerich ausgeführt und werden voraussichtlich bis Ende April abgeschlossen und archäologisch bewertet sein.