24.03.2015: Umbau der Cloer steht kurz bevor

Der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers baut im Rahmen der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie die Cloer (Gewässer 38.00) im Bereich Bettrather Dyck in 3 Bauabschnitten naturnah aus. Sobald das Wetter stabiler ist und der Boden etwas abgetrocknet ist, wird mit den Bauarbeiten begonnen. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis August 2015 abgeschlossen sein.

Christoph Rüber, Geschäftsführer des Wasser und Bodenverbandes der Mittleren Niers: „Mit der Umsetzung dieser schon lange geplanten Baumaßnahme wird eine weitere Maßnahme zur ökologischen Verbesserung unserer Gewässer umgesetzt, die letztendlich allen Bürgern und zukünftigen Generationen zugutekommt.“

Übersicht aller Bauabschnitte am Bettrather
Übersicht aller Bauabschnitte am Bettrather

Im Bauabschnitt I, unmittelbar oberhalb des Mündungsbereichs der Cloer in die Niers, wird in mehreren bis ca. 20 m langen Abschnitten die Böschung abgeflacht und die Ufer naturnah gestaltet. Ende Februar wurde bereits zur Vorbereitung der Bauarbeiten die vorhandene Böschungsbepflanzung teilweise zurückgeschnitten. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll sich dort die Natur mit einem gewässertypischen Bewuchs selber entwickeln können.

Maßnahmebereich an der Cloermündung (Abschnitt I)
Maßnahmebereich an der Cloermündung (Abschnitt I)

Im Bauabschnitt II wird auf einem ca. 10 m breiten Streifen ein ständig wasserführendes Nebengerinne der Cloer angelegt. Die vorhandenen Kopfweiden bleiben erhalten. Die Sohle des Nebengerinnes wird ca. 20 cm über der Sohle der Cloer liegen, damit einerseits eine ständige Wasserführung gewährleistet ist, aber dennoch unterschiedliche Lebensräume entstehen können.

 

Bauabschnitte II und III
Bauabschnitte II und III

Im Bauabschnitt III wird ein Überflutungsgewässer angelegt werden und das Ufer von dort aus zur Cloer hin abgeflacht. Auch hier wird ein 5 m breiter Uferrandstreifen angelegt werden. Der tiefste Punkt wird 30 cm über der Cloersohle liegen. Durch die Abflachung kann sich auf der gegenüberliegenden Seite ein Waldsaum ausbilden, ohne dass die Notwendigkeit besteht, diesen zur Gewässerunterhaltung zurückschneiden zu müssen.

Hans-Josef Windbergs, Bereichsleitung Technik beim Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers:

„Wie bei allen unseren Maßnahmen haben wir auch bei der Überplanung der Cloer darauf geachtet, dass weiterhin das Wasser der Cloer auch bei Starkregenereignissen schadlos abgeführt werden kann. Dieses Projekt zeigt einmal mehr, dass Ökologie und wasserwirtschaftliche Funktionsverbesserung eines Gewässers keine unvereinbaren Gegensätze sind.“

Gefördert mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Maßnahme wird zu 80% durch das Land Nordrhein-Westfalen finanziert. Durch den Einsatz von eigenem Personal für Planung und Baudurchführung konnten die Kosten niedrig gehalten werden.

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26.6.2013: Neue Uferbefestigungen aus Weidenholz

Der Wasser und Bodenverband der Mittleren Niers hat in diesem Frühjahr erstmals versuchsweise in zwei seiner Gewässer in Grefrath selbst hergestellte Faschinen aus Weidenholz zum Befestigen der Böschungsfüße eingebaut. Die Verwendung von Weidenholz ermöglicht es, ökologische, landschaftspflegerische und hydraulische Aspekte miteinander zu verbinden.

Frisch geschnittene Kopfweide
Frisch geschnittene Kopfweide

Der Einbau von Flechtmatten oder Faschinen (= walzenförmige Reisig- bzw. Rutenbündel) verhindert Böschungsabbrüche in den Gräben, die den Wasserablauf stören und auf Dauer zu einer Verlandung der Gräben führen würden. Dies würde wiederum zu einer großflächigen Vernässung der Böden und zu einem Anstieg des Hochwasserrisikos führen. Die Weidenholzruten für diese neuen Faschinen stammen aus dem Pflegerückschnitt der die niederrheinische Landschaft prägenden Kopfweiden. Zu ihrem Erhalt ist der regelmäßige Rückschnitt erforderlich, damit die Kronen nicht zu schwer werden und auseinander brechen.

Christoph Rüber, Geschäftsführer des Wasser und Bodenverbandes der Mittleren Niers:

„Wir gehen davon aus, dass die Weidenholzfaschinen deutlich langlebiger sind, als die zuletzt verwendeten Flechtmatten aus Robinienholz, die regelmäßig bereits nach 5 Jahren ausgetauscht werden mussten. Die Kosten für den Einbau und die Herstellung der Faschinen liegen trotz eigener handwerklicher Herstellung zudem deutlich unter den früher verwendenden Flechtmatten und ermöglichen zudem eine ökologisch sinnvolle Verwendung der bei der Landschaftspflege anfallenden Weidenholzabfälle. Zusätzlich erwarten wir, dass der Austrieb der Weidenruten und die damit verbundene flächige Durchwurzelung des Bodens zu einer weiteren, stabilen und dauerhaften Befestigung der Böschungen führt und außerdem zu einer ökologischen Aufwertung der bisher allein wasserwirtschaftliche Zwecken dienenden Gräben führen wird.“

Verlaufen diese Versuche der Verwendung von Weidenholzfaschinen weiterhin so erfolgreich, wie der Verband dies nach den ersten Erfahrungen erwartet, so wird er in Zukunft in allen Gewässern auf die Verwendung von Weidenholzfaschinen setzen und damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der niederrheinischen Landschaft leisten können.

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